mardi 18 juillet 2017

Cash System Industry à Icogne Jazz - 8 juillet 2017

Cash System Industry est une formation créée en mars 2015 par  Dollar Mambo alias Stephan Perrinjaquet (Piano/Keys) et Joji Konishi (Taiko/Percussions) à Kamo, Okayama. Au duo initial se joint en mars 2015 Storlon Infloria alias Hervé Bagnoud (Synthétiseur modulaire) et plus tard Andrea Esperti (Trombone à coulisse).  
La démarche inouie de cette formation consiste à réunir à travers l’improvisation  de nombreuses influences et éducations musicales différentes: Andrea Esperti : Jazz ;  Joji Konishi : Musique traditionnelle et rituelle japonaise;  Storlon alias Hervé Bagnoud: Musique électronique et électroacoustique (synthétiseur modulaire, analogique) ;  Dollar Mambo alias Stephan Perrinjaquet:  Musique improvisée, électronique et acoustique.   

La musique jouée reste difficile à définir ou à étiqueter. Elle se trouve certainement  sous le signe de l’expérimentation électronique et acoustique, se compose de touches de Jazz, Freejazz, musique éthnique, electronica.  Le nom Cash System Industry rappelle avec humour que malgré le mandat apparent de fabriquer du rêve  et de la poésie,  la production artistique est constamment amenée à se confronter  à des valeurs économiques, aux courants de mode, à l’idée du rendement économique,  au développement de stratégies de marketing et de branding.

La force véritable de cet ensemble est le fait que tous ces musiciens soient capables d’improviser librement sur le moment. 
Le concert fait interagir d'une manière performative un dessin lumineux et le son en temps réel :   La spirale dessinée par Livia Gnos en direct est projetée lors du concert du groupe,  faisant ainsi partie intégrante du décor et de l’ambiance musicale.












mardi 3 janvier 2017

Exhibitions 2016

Livia Gnos & Toshimi Uji at Kamo Culture Center, Tsuyama, Okayama. October 2016. Organized by Ujitei. Photo: Yann Becker 

Livia Gnos & Toshimi Uji at Kamo Culture Center, Tsuyama, Okayama. October 2016. Organized by Ujitei. Photo: Yann Becker 

Release of "Double Spirale", Dollar Mambo's new album at Sunaba Gallery, Osaka. October 2016. Published by Nice Try Records, Zürich. Photo: Yann Becker.

集中 (Concentration) at Sunaba Gallery, Osaka (DenDen-Town, Nipponbashi). October 2016.

"Illumination" in der Galerie Carla Renggli, Zug. Dezember 2016.

"Du Japon", Jeanne Schmid et Livia Gnos à l'espace Ruine, Genève. Avec une lecture de Hervé Laurent. Décembre 2016. Merci à Visarte Genève. 


"Pensée -Daniel Ruggiero and special guests" at Espace Abstract, Lausanne. Un triporteur en illumination à 4 mains. Décembre 2016. 

Atelier à Montreux. More to come next year!

lundi 31 octobre 2016

Psychedelic Japan 2016 - Sicht auf mein zukünftiges Leben

Visualise...


de Nishinari, Osaka ..... à .... Kamo, Tsuyama, Okayama .....

all about what I like ....

























vendredi 1 juillet 2016

Spirale . Tusche

Ich zeichne in einem langatmigen und konzentrierten Vorgang eine Spirale, welche nach und nach das meist grossformatige Papier ausfüllt, oder vielleicht besser ausgedrückt: durchquert. Natürlich handelt es sich nicht um eine quere Bewegung, sondern um eine runde. Trotzdem ist es so, dass die Linie einen Weg zurücklegt, von innen nach aussen. Wie wenn ein grosses Feld durchquert wird.
Ich zeichne von Hand, mit Pinsel und Aquarell oder Tusche. Wenn ich mich vollkommen konzentriere, wird die Pinselspitze Teil meines Körpers. Sowohl Teil meiner Hand, als auch Teil meiner Augen. Meine Gestik wird durch meinen Blick und meinen Atem gesteuert. Das Papier reagiert auf die Tusche wie mein Atem auf die Bewegung. Die Tusche setzt sich zwischen dem Papier und dem Pinsel ab, so wie sich die runde Bewegung von meinem Körper freisetzt. Meine Augen folgen ausschliesslich der Pinselspitze, und deren Abstand zur vorangehenden Linie. Etwas anderes kann ich nicht erfassen. Meine Welt besteht aus Augen, Atem und Pinselspitze. Die Bewegung, leise, konstant, ist auch präsent, aber ich bin mir ihrer nicht bewusst.


Sobald ich den Blick hebe, mir Übersicht zu verschaffen suche, oder wenn eines meiner untergeschlagenen Beine nach Bewegung oder mein vergessener Körper nach Aufmerksamkeit verlangt, verliere ich den Kontakt zur aktuellen Linie, zum Jetzt in gewisser Weise.
Der Reibestein ist schwarz, samtig poliert, leicht schimmernd. Er wiegt schwer in der Hand, kalt. Der Tuscheblock ist auch schwarz, etwas violettlich, aber eher porös und leicht. Er ist zu klein als dass ich ihn gut mit meiner Hand umschliessen könnte, ich halte ihn zwischen den Fingern und reibe senkrecht mit wenig Wasser über die glatte Oberfläche des Steins. Sehr rasch entsteht eine etwas ölig wirkende Tinte, zuerst ist sie sehr dünn, mit der Zeit verändert sich ihre Konsistenz. Ich halte mich gerade. Möchte die Beine nicht überschlagen, um mich möglichst symmetrisch im Raum zu befinden. Mein rechter Arm ist mit dem Reiben der Tusche beschäftigt, der Unter- und Oberarm bilden einen rechten Winkel, ich achte darauf, mich in den Schultern nicht zu verkrampfen. Die linke Hand liegt reglos auf dem Tisch. Von Zeit zu Zeit umschliesst sie den Reibestein, wie um die Haltung des ganzen Körpers auszugleichen. Die Atmung soll regelmässig sein. Ich möchte an nichts denken. Die Hände benehmen sich natürlich, autonom. Im Schulterbereich wird mir eine leise Spannung bewusst. Ohne die Reibebewegung zu unterbrechen, versuche ich mich selbst von dieser Spannung zu lösen. Ich bringe meine Füsse in eine gerade Position. Die Flüssigkeit wird schwarz und etwas träge. Die Tinte ist gekraust durch das Kommen und Gehen des Tuschesteins, durch die Reibung auf dem Stein, trotzdem kann ich die Spiegelung des umgebenden Raums darin erahnen. Der dunkle, etwas schwere, fast erotische Geruch der Tusche durchdringt mein Bewusstsein. Natürlich denke ich an diverses, an Dinge, die ich tun sollte, andere, die ich tun möchte. Ich versuche, meine Konzentration auf das flüssige Schwarz zu bringen, zu fokussieren, zu versenken. Auf die Senkrechte des Tuscheblocks. Auf den geraden Rücken. Auf die Füsse auf dem Boden. Auf die linke ruhige Hand.
 . 
Ich nehme einen Pinsel und tauche seinen haarigen Kopf in das Schwarz. Die Tusche klettert, gleitet langsam von der Spitze in Richtung der Zwinge. Das Haar färbt sich schwarz, violett, dunkel. Ich halte auch den Pinsel senkrecht, genau wie meinen Oberkörper. Sorgfältig forme ich den Pinselkopf indem ich ihn über den Rand des Tuschesteins drehe, damit er möglichst viel Tinte aufnehmen kann, ohne diese in Form von Tropfen zu verlieren. Der Pinselkopf ist wie ein kleines Tier, er holt Luft in der Flüssigkeit, und gleitet dann regelmässig dank der aufgenommenen Tusche über das Papier. Wenn die Flüssigkeit ausgeht, kehrt er zur Flüssigkeit zurück.





dimanche 6 décembre 2015

Interruption

Im vorletzten Sommer erfuhr ich nach einem mir und meinem Vater widerfahrenen, natürlich vollkommen unerwarteten Unfall eine Unterbrechung in meinem Schaffen und Denken. Und so habe ich eine Geschichte zu meinen Zeichnungen zu erzählen. Vielleicht entspricht auch jegliche Formfindung bereits einem Stück Erzählung.

Der vorhin erwähnte Unfall geschah auf dem Rückweg von einer Bergtour im Kanton Uri nach Zug. Sowohl Uri als auch Zug symbolisieren für mich die Idee von Heimat. Meine Familie kommt aus Silenen im Kanton Uri, mein Name zeugt davon, und ich habe den grössten Teil meiner Kindheit und Jugendzeit in Zug verbracht.

Dass ich nun zum damaligen Zeitpunkt mit meinem Vater in meiner Heimat unterwegs war, dass wir den Berg, welche wir eigentlich erklimmen wollten, nicht besteigen konnten, da zu viel Schnee lag - Schnee, das weisse Unbekannte, welches jede noch so bekannte Landschaft in neuem Kleid und Licht erscheinen lässt, Schnee, der allfällige Risse im Gelände, Sprünge und Kluften zudeckt und uns so die Kenntnis des Raums entzieht - dass wir also frühzeitig umgekehrt waren, dass ich auf der Fahrt vom Klausenpass hinunter unbedingt 5 Kristalltürmchen kaufen wollte, kleine, unscheinbare, ich kann alle fünf zusammen in meine Hand schliessen, dass ich diese fünf Kristalle unaufmerksam im Wagen zu meinen Füssen legte und mich dann selbst im Schneidersitz bequem machte, dass mein Vater fuhr - denn ich selbst kann nicht autofahren, es scheint mir unvorstellbar - und dass mein sonst so aufmerksamer Vater eine blitzartige Abwesenheit hatte, genau zu dem Zeitpunkt als wir Zug fast schon erreichten, der See zu unserer Linken, Grashügel zu unserer Rechten, all das wird nun heute, im Nachhinein, für mich durch diese Kristalltürmchen symbolisiert.

Denn, nach dem Aufprall, nachdem ich realisierte, dass sich etwas vollkommen unerwartetes ereignet hat, dass ich in einem komplett zerstörten Wagen sitze, dass mein Vater rätselhafterweise wohlauf ist und bereits aus dem Wagen ausgestiegen ist, in dem Moment richtete ich meine Augen auf die Stelle, wo sich normalerweise meine Füsse befinden müssten, hätte ich sie nicht unter mir selbst in einem Schneidersitz verschränkt, und da sah ich einen Abgrund, ein Loch. Am Rand des Schlunds lagen meine Kristalle, in einer Reihe.